SVA Urbefragung

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Rund 250 Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen der Kunst und Publizistik haben sich bisher der nachstehenden Gemeinschaftsantwort auf den Fragebogen der SVA-Urbefragung angeschlossen. Die Frist zur Beantwortung des Fragebogens endet mit 30.9.2012. Wir möchten unsere Antwort noch vor dem Ablauf dieser Frist an die SVA richten und bitten deshalb alle, die sich noch unserer Gemeinschaftsantwort anschließen wollen, es möglichst umgehend zu tun.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Ruiss

SVA-Urbefragung
Gemeinschaftsantwort

Vor einiger Zeit wurde den SVA-Versicherten ein detaillierter Fragebogen zugesandt; diese sogenannte "Urbefragung" weist einen eigenartigen Mischcharakter auf und verlangt genauere Betrachtung.

Im ersten der vier thematisch gegliederten Abschnitte werden einzelne Punkte wie "Ausbau individuelle Beratung" (sic!) angeführt, die alle eher banal sind und kleinräumig-pragmatische Verbesserungsmöglichkeiten ansprechen – da könnte man durchaus für alle neun Vorschläge sein, darf sich aber nur für drei davon entscheiden.

Im zweiten Abschnitt will sich die SVA von den bei ihr Versicherten die quasi-demokratische Legitimation holen, gegenüber der Politik als Vermittlerin tätig zu werden; auch hier sind maximal drei von neun Punkten wählbar. Hinter dem ersten Punkt ("Geringere Beiträge / Selbstbehalte für gesundheitsbewußten Lebensstil") steht wohl der Wunsch, sich die fragwürdige, undifferenzierte SVA-Position des "Wer krank ist, ist eigentlich selber schuld und muß daher mehr bezahlen" absegnen zu lassen. Alle anderen Punkte sind vertretbar, sie können aber ohnehin nicht von der SVA umgesetzt werden, sondern sollen ihr zur Verhandlung mit der Politik vorgeschlagen werden. Daß sie aus dem Katalog der an sie herangetragenen Forderungen, aus denen dieser Abschnitt besteht, zwei Drittel als Verhandlungsgegenstand mit der Politik ausscheiden läßt, ist nicht zu vertreten. Man muß sich in diesem Abschnitt für mehr als nur drei Möglichkeiten entscheiden können.

Abschnitt drei mit seinen zwei Fragen ist einfach demagogisch: Wir werden vor die Wahl gestellt, entweder den Selbstbehalt zu akzeptieren, um keine Erhöhung der Versicherungsbeiträge in Kauf nehmen zu müssen, oder für die Abschaffung des Selbstbehalts zu sein und damit automatisch für eine Beitragserhöhung zu stimmen. Wir sind aber selbstverständlich für keine Erhöhung der Versicherungsbeiträge und keinen Selbstbehalt.

Abschnitt vier ist schwer demagogisch, die "braven Beitragszahler/innen" werden gegen diejenigen ausgespielt, die ihnen auf der Tasche liegen könnten. Unser Ziel kann demgegenüber doch nur sein, daß die Versicherung, zu der wir Kunstschaffenden von der Politik ohne wirkliche Einbeziehung unserer Standpunkte zwangsverpflichtet wurden, für alle leistbar ist, also auch für diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen leben.

Wir fordern daher weiterhin eine Künstlersozialversicherung, die ihren Namen verdient und die sich an der realen Lebenssituation von Künstlerinnen und Künstlern orientiert und sie nicht unter den schwammigen Begriff der sogenannten "Neuen Selbständigen" subsumiert.

Bis zur Erfüllung dieser Forderung verlangen wir als ersten Schritt die ersatzlose Abschaffung des Selbstbehalts.

Vorname, Name, Wohnort

 

 

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