Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums bzw. der uneingeschränkten Beachtung der Urheberrechte

Die IG Autorinnen Autoren, die Übersetzergemeinschaft, die Grazer Autorinnen Autorenversammlung, die Literatur Vorarlberg und der Berufsverband österreichischer Schreibp├ĄdagogInnen schließen sich der Leipziger Erklärung zum Schutz der Urheberrechte an

Die IG Autorinnen Autoren, die Übersetzergemeinschaft, die Grazer Autorinnen Autorenversammlung, die Literatur Vorarlberg und der Berufsverband österreichischer Schreibp├ĄdagogInnen schließen sich der vom Verband deutscher Schriftsteller initiierten „Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums bzw. der uneingeschränkten Beachtung der Urheberrechte“ an.

Die Erklärung wird zudem auch von einzeln unterzeichnenden österreichischen AutorInnen und Übersetzer/innen mitgetragen. Den Anfang gemacht haben: Jacqueline Csuss, Petra Ganglbauer, Christine Huber, Gerhard Jaschke, Nils Jensen, Wolf Käfer, Heinz Lunzer, Erika Kronabitter, Ludwig Laher, Helga Pregesbauer, Doron Rabinovici, Brigitte Rapp, Werner Richter, Christa Rothmeier, Gerhard Ruiss, Sylvia Treudl, Irene Wondratsch, O.P. Zier. Zahlreiche weitere Unterzeichner/innen werden folgen. Die Liste zur Unterzeichnung wird sowohl bei der Leipziger Buchmesse aufliegen als auch durch Aussendungen verbreitet.

Die Einhaltung der Grundregeln im Umgang mit den Rechten an Werken der Kunst ist nicht obsolet geworden, sie ist wichtiger denn je. Kein noch so modischer Gestus kann darüber hinwegtäuschen, daß auch von denen, die für sich ein abgewandeltes Urheberrechtsverständnis reklamieren, das Urheberrecht in vollem Umfang in Anspruch genommen wird, einerseits, indem sie sich als AutorInnen ihrer Texte verstehen und präsentieren und andererseits, indem sie die Erträge aus dem Verkauf ihrer Werke für sich beanspruchen. Beides Selbstverständlichkeiten und elementare Bestandteile des bestehenden Urheberrechts, die von den Künstler/inne/n nie in Frage gestellt wurden.

Auch für Produzenten und Weiterverwerter gilt nichts anderes, beide Gruppen wollen genauso aus ihrer Arbeit Erlöse erzielen wie die Künstler/innen - die Produzenten aus ihren Investitionen für das Zustandekommen und Anbieten der Produkte, die Weiterverwerter für die Bereitstellung ihrer Infrastruktur.

Das Urheberrecht ist zutiefst demokratisch, jede/r, der/die möchte, kann über ein urheberrechtlich geschütztes Werk verfügen, er/sie muß sich nur der Mühe unterziehen, es selbst zu verfassen oder die Rechte daran zu erwerben.

Gerhard Ruiss
IG Autorinnen Autoren
Wien, 17.3.2010

Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums

Schriftstellerinnen und Schriftsteller fordern uneingeschränkte Beachtung des Urheberrechts

Wenn ein Plagiat als preiswürdig erachtet wird, wenn geistiger Diebstahl und Verfälschungen als Kunst hingenommen werden, demonstriert diese Einstellung eine fahrlässige Akzeptanz von Rechtsverstößen im etablierten Literaturbetrieb.

Jedes literarische Werk ist ein originäres Kunstwerk. Das gilt für alle Arten von Techniken der Texterstellung, auch für literarische Collagen. Die Möglichkeiten neuer Medien, auch die des Internets, ändern nichts an der Tatsache, dass der Schutz geistigen Eigentums, die Wahrung der Rechte von Urheberinnen und Urhebern, nach wie vor uneingeschränkt Geltung und Priorität genießen.

Künstlerische Kreativität kann langfristig in einer Gesellschaft nur gedeihen, wenn Übersetzerinnen, Schriftsteller, wenn alle künstlerischen Wortschöpfer sich grundsätzlich und gänzlich darauf verlassen können, dass ihr Urheberrecht an ihren Werken geachtet wird.

Missachtung, Aushöhlung und sträfliche Verletzung des Urheberrechts führt zur Entwertung, Aufgabe und schließlich zum Verlust jedweder eigenständigen intellektuellen und künstlerischen Leistung.

Kopieren ohne Einwilligung und Nennung des geistigen Schöpfers wird in der jüngeren Generation, auch auf Grund von Unkenntnis über den Wert kreativer Leistungen, gelegentlich als Kavaliersdelikt angesehen. Es ist aber eindeutig sträflich – ebenso wie die Unterstützung eines solchen »Kunstverständnisses«. Wer die Verletzung der Urheberrechte, u. a. in Form von Plagiaten, als Originalität begreift, gefährdet letztendlich die geistige und materielle Basis allen kreativen Schaffens.

Der Verband deutscher Schriftsteller fordert alle Beteiligten im Literaturbetrieb – insbesondere Verlage, Lektoren, Literaturkritiker, Juroren – auf, geistigen Diebstahl eindeutig zu verurteilen.

Nur so schützen wir den Wert der Wortkunst und die künstlerische Freiheit aller Autorinnen und Autoren.

Claire Bayer, Hans Peter Bleuel, Horst Bosetzky, Anna Dünnebier, Uwe Friesel, Günter Grass, Günter Kunert, Dieter Lattmann, Sybille Lewitscharoff, Jürgen Lodemann, Erich Loest, Regine Möbius, Gerlinde Schermer-Rauwolf, Hinrich Schmidt-Henkel, Friedrich Schorlemmer, Christa Schuenke, Imre Török, Christa Wolf

 

 

 

 

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