Protestmail Amelringhaus

Liebe FreundInnen des Amerlinghauses!

Die Lage des Amerlinghauses ist ernst wie nie zuvor. Wir ihr wahrscheinlich wisst, wird das Haus seit Jahren konsequent unterfinanziert. Die Subventionen sind seit Jahren gleich geblieben, doch alle anderen Kosten wie Miete, Gehälter oder Betriebskosten sind gestiegen. Nun soll das Haus in der bisherigen Form aufgelöst werden!

Wir ersuchen euch nun, als ersten Schritt das unten angeführte Protestmail an die zuständigen Stellen zu schicken und möglichst breit weiterzusenden! Daneben ersuchen wir euch um eure Kreativität: sprecht PolitikerInnen an, sendet LeserInnenbriefe, diskutiert, seid lästig!

Fakten: Amerlinghaus bezahlt Gesiba-Spekulationen

Das Haus ist in einer Schuldenfalle. Die Mietschulden bei der Gemeinde-eigenen Gesiba, die das Haus verwaltet, steigen immer mehr. Die Gesiba hat in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal mit einer Räumungsklage gedroht. Daneben können Teile der September- und die Oktober-Gehälter nicht bezahlt werden und in Teilen des Hauses wurde bereits der Strom sowie das Internet aufgrund von unbezahlten Rechnungen abgedreht.

Seit Wochen verspricht uns die Gemeinde, dafür zu sorgen, dass wir zumindest das nötige Geld für die laufenden Zahlungen sofort erhalten. Jetzt knüpft sie dies plötzlich daran, dass wir SOFORT ein Konzept zur Umstrukturierung des Hauses für die Zeit nach Juni 2012 vorlegen, in dem weitere Einsparungen in der Höhe von ca. 50.000 Euro jährlich sowie ein Verzicht auf den Großteil der Räume im Amerlinghaus enthalten sind. Die Schulden des Trägervereins, für die der Vorstand natürlich haftet, wachsen kontinuierlich an.

Die Gruppen im Amerlingshaus bezahlen real die Verluste der Gemeinde-eigenen Gesiba, die laut Rechnungshofbericht im Gasometer-Shopping-Center Millionenverluste macht. Die Gesiba verlor dort 2010 im Rahmen einer Sanierung 6,4 Millionen Euro, zusätzlich wurden von der Gemeinde die Stromrechnungen erlassen. (Profil 38/2011)

Und für das Amerlinghaus soll kein Geld das sein?

(detaillierte Infos zur geplanten Umstrukturierung finden sich nach dem Protestmail)

Wir ersuchen euch daher dringend, unten stehendes Protestmail ? ob abgeändert oder nicht ? schnell an die Zuständigen zu schicken (und in eurem FreundInnenkreis oder sonstigem sozialen Umfeld zu verbreiten!!!

Protestmail:

An:
michael.haeupl@wien.gv.at; maria.vassilakou@wien.gv.at; christian.oxonitsch@wien.gv.at

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrter Herr Stadtrat!

Das Amerlinghaus ist vom jüngsten Vorschlag der Gemeinde Wien existentiell bedroht. Es soll ein Teil des Hauses der Gesiba zur gewinnbringenden ?Verwertung? überlassen werden, die Jahressubvention gestrichen werden und somit das Haus in dieser Form zerschlagen werden.

Gleichzeitig sind Millionen von Euro da, um die Gesiba in Hinblick auf das Shopping-Center Gasometer zu entlasten.

Ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen, dass eine Zerschlagung des Amerlinghauses für mich nicht in Frage kommt. Jeder Versuch, das Projekt Amerlinghaus zu zerstören, wird auf meinen Widerstand stoßen.

Statt dessen fordere ich Sie auf, das Amerlinghaus zu entschulden und mit der für das schuldenfreie Arbeiten notwendigen Subvention auszustatten sowie die notwendigen Reparaturen durchführen zu lassen.

Ich ersuche Sie, mich über alle Schritte zu informieren, die Sie in dieser Angelegenheit setzen.

Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank im Voraus für Ihre Antwort

 

 

Fakten: Bedingungen der Gemeinde

Nun hat uns die Gemeinde Wien ihre Bedingungen für eine Entschuldung genannt. Diese Bedingungen bedeuten eine Zerschlagung des Hauses.

Konkret soll es die bisherige Subvention nur noch bis Mitte 2012 geben, danach soll das Haus eine völlig neue Struktur bekommen.

Was sind nun die Bedingungen der Gemeinde Wien?

- Die Räume werden massiv reduziert, die Hauseigentümerin Gesiba ? die zu 100% der Stadt Wien gehört ? wird den Rest gewinnbringend ?verwerten?.

- Es soll in Zukunft keine Jahressubvention für das Haus geben, sondern nur noch Projektsubventionen. Das bedeutet wahrscheinlich, dass Gruppen Miete zahlen müssen. Die Gruppen, die weniger leicht an Subventionen kommen, bleiben über.

- Es sollen nur noch bestimmte Gruppen im Haus bleiben. Vor allem jene Gruppen, die nicht zum ?neuen Spittelberg? passen und keine fixen eigenen Räume im Haus haben, werden dann keine Bleibe mehr haben. Das betrifft einerseits die politischen Gruppen, aber auch alle, die für eine bestimmte Sache einen Raum brauchen, etwa KünstlerInnen sowie marginalisierte Gruppen (z.B. Arbeitslose) oder MigrantInnen.

Und auch die Gruppen, die im Haus bleiben können, stehen durch die ?Projektfinanzierungen? statt der Jahressubvention vor existentiellen Problemen

- Für die Gruppen, die in diesem veränderten Haus dann keinen Platz mehr haben, soll es Ersatzräume, beispielsweise in Häusern der Begegnung geben. Doch dort wird niemand sehen, wenn Räume schleichend gekürzt werden und auch die Selbstbestimmung ist dort nicht gegeben.

- Seit Jahren trommelt die FPÖ in fast jeder Wien-weiten Postwurfsendung gegen das Amerlinghaus. Wir haben den Eindruck, dass Rot-Grün hier vor dem Druck der FPÖ zurückweicht.

- Zusammengefasst: ab Mitte 2010 soll es das Amerlinghaus in dieser Form nicht mehr geben. Die Räume werden gewinnbringend verwertet, die politischen Gruppen und viele andere werden vertrieben.

Wir alle sind das Amerlinghaus!

Abseits von Mainstream, Konsumrausch und mentalem Fast Food sind wir ein Zentrum für die lebendige Zivilgesellschaft und wollen es auch bleiben!

Wir brauchen Deine Unterstützung!

Das wird nicht ohne unseren entschiedenen Widerstand geschehen. Wir betrachten das als einen existentiellen Angriff auf unsere Existenz und werden entsprechend antworten.

Claudia und Renate, Büroteam im Amerlinghaus
Michael Bonvalot
für die Gruppen im Amerlinghaus

 

 

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